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Identität in sozialen Netzen

Tags: identity-management Persönlichkeitsschutz Datenschutz Pseudonym Post-Privacy
In der aktuellen Debatte über Identitätsauthentizität in sozialen Netzen geht es auch um die Frage, ob es denn überhaupt noch sinnvoll (und möglich!) ist, seine Identität zu verbergen. Nicht nur die deutsche Netzgruppierung Spackeria sondern auch Heinz Wittenbrink, Lektor von der FH Joanneum bezweifeln das. Die Qualität von Social Networks nehme enorm zu, wenn Leute unter ihrem realen Namen oder einer kontinuierlichen Identität aktiv seien. Die Spackeria geht in ihrem Blog hier noch weiter: Auch wenn es lediglich als Provokation verstanden werden will?/kann, sind Ansätze daraus beachtenswert. Ich halte es nicht nur aus der Sicht des Datenschutzes sondern auch aus der Sicht der Meinungsbildung für wichtig, dass man das Recht und die Möglichkeit hat sich unter einem Pseudonym zu äußern. Pseudonym heißt ja mitnichten anonym, denn dem Betreiber des jeweiligen Portals oder sozialen Netzes ist die Identität natürlich bekannt, schließlich lassen viele Betreiber das Hinterlassen von Kommentaren ohne vorherige Anmeldung nicht zu. Man mag einwenden, dass das auf Blogs völlig anders ist. Allerdings trägt wohl ein unqualifizierter Kommentar nicht wirklich zur Diskussion bei bzw. wird gar nicht erst veröffentlicht, wenn er gar anstößig ist. Es gibt diese Ebene des offen, direkten Dialogs im Netz unter Preisgabe des Namens, gerade weil man seine digitale Reputation aufbauen oder schärfen will. Mit diesem Hintergrund gebe ich Herrn Wittenbrink recht, dass eine nichtanonyme Äußerung die Qualität im betroffenen sozialen Medium steigert. Jedoch:
Enorm wichtig ist die Verwendung von Pseudonymen z. B. bei Meinungsportalen oder sozialen Empfehlungsnetzen. Natürlich ist es auch sinnvoll und authentischer unter seinem richtigen Namen Lob oder Kritik abzugeben - man weiß sofort, mit wem man es zu tun hat und kann auf Xing nachschauen, was er oder sie beruflich tut und so relevante Information zur Gewichtung dieser Meinung sammeln. Hat aber jemand besonders schlechte Erfahrung gemacht und möchte eben nicht sofort erkannt werden, weil er dem zu Bewertenden bekannt ist oder er über interne Informationen verfügt, dann würde jener seine Meinung unter Umständen gar nicht äußern, wenn er gezwungen wäre, seine Identität zu offenbaren. Ohne gleich die Blogosphäre oder aus anderer Richtung Zorn auf sich zu ziehen, kann bei unzulässigen Äußerungen der gescholtene den Betreiber um Löschung oder Möglichkeit der Gegendarstellung bitten.
Dass das funktioniert, kann ich an dem profanen Beispiel jameda bestätigen, wo Ärzte ja in einer besonderen Weise vom Urteil ihrer Patienten abhängen. Hier wird bei einer so genannten Schmähkritik auf Anfrage des Arztes der Autor angeschrieben und zur Erklärung und Bestätigung der schlechten Bewertung aufgefordert. Antwortet dieser nach wiederholter Nachfrage über mehrere Wochen nicht oder kann er seine Kritik nicht begründen, wird sie gelöscht.
Ein weiterer Aspekt: Versteigerungsplattformen. Nicht jeder möchte seine Hobbys und Vorlieben, die sich ja aus den ersteigerten Artikeln ablesen lassen, offen zeigen. Ein Pseudonym schützt davor - aber genau so lange es nötig ist. Den Handelspartnern ist die Identität natürlich bekannt.

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